Wucherung ohne Metastasen
Auch für diese Hautkrebsform gilt: Sonne ist der Hauptrisikofaktor. Das Basaliom wird chirurgisch entfernt, aber auch mit Röntgenstrahlen oder flüssigem Stickstoff behandelt. Weitere Maßnahmen sind meist nur aus kosmetischen Gründen nötig. Denn die Wucherung beschränkt sich auf ihren Entstehungsort und das umliegende Gewebe. Im Überblick
Das Basaliom (Basalzellkrebs) geht von den Zellen der Basalzellschicht der Haut aus. Der Krebs bildet sich vor allem an Hautstellen, die viel und über lange Zeit dem Licht ausgesetzt sind, also zum Beispiel im Gesicht und Kopfbereich. Menschen mit geringer Hautpigmentierung und erhöhter UV-Empfindlichkeit sind besonders betroffen. Außer der Lichtbestrahlung kann der Kontakt mit Arsen, radioaktive Strahlung oder eine Bestrahlung während einer Krebstherapie ein Basaliom verursachen.
↑ nach oben
Typisch untypisches Aussehen
Im Gegensatz zum Melanom, dem schwarzen Hautkrebs, ist diese Form der Hautveränderung meist nicht dunkel, sondern hell. Deshalb spricht man hier vom „hellen Hautkrebs“, zu dem auch der Stachelzellkrebs (Plattenepithelkarzinom) zählt. Basalzellkrebs kann darüber hinaus ganz unterschiedlich aussehen. Meistens weist er zwar einen perlschnurartigen Saum und erweiterte Blutgefäße auf. Er kann aber auch als unauffälliger roter Fleck auftreten oder wie eine kleine Narbe gestaltet sein. Auch Hautveränderungen, die auf den ersten Blick harmlos aussehen, oder Hautverletzungen, die nicht abheilen, sollten deshalb immer von einem Arzt abgeklärt werden.
↑ nach oben
Auf den ersten Blick diagnostizieren
Der Arzt erkennt ein Basaliom meist bereits auf einen Blick. Mit dem Auflichtmikroskop lässt sich der Hautkrebs dann erkennen. Eine neue Methode, die konfokale Laserscanmikroskopie, kann ohne Hautprobenentnahme eine bis zu 98% sichere Aussage treffen. Dabei werden Schichtaufnahmen der Haut angefertigt. Neben der Schmerzlosigkeit der Untersuchung wird dadurch die unangenehme Wartezeit auf den Befund verkürzt, da eine Aussage sofort bei Betrachtung möglich ist. Letztendlich gibt die Untersuchung einer Gewebeprobe aus der verdächtigen Stelle Gewissheit.
↑ nach oben
Halb gut, halb böse – das Basaliom ist semimaligne
Das Basaliom ist semimaligne (semi = halb, maligne = bösartig), da es nur zum Teil Eigenschaften eines bösartigen Krebses hat: Vor Ort verhält es sich wie eine bösartige Geschwulst, indem es in andere Gewebe und Strukturen hineinwächst und diese verdrängt. Dieses Wachstum kann besonders im Gesicht großen Schaden anrichten. Aber ein Basaliom streut die Krebszellen nicht über die Blut- oder Lymphbahn in andere Organe, sodass sich keine Metastasen bilden.
↑ nach oben
Mit Sicherheitsabstand herausschneiden
Zur Behandlung des Basalioms wird der Tumor in der Regel operativ entfernt – mit einem gewissen Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe, damit wirklich alle Krebszellen erfasst wurden. Das herausgeschnittene Gewebe wird im Labor feingeweblich untersucht. Die Analyse verrät, ob er vollständig entfernt wurde. Zeigt die Untersuchung, dass noch Krebszellen am Schnittrand vorhanden sind, ist eine zweite Operation nötig, bei der etwas großflächiger Gewebe entfernt wird. Manchmal kann dieser Defekt dann nicht sofort wieder geschlossen werden. Es wird dann eine weitere Operation nötig, um ein gutes kosmetisches Ergebnis zu erzielen.
↑ nach oben
Lokale Chemo oder heilen mit Licht
Je nach individuellem Befund können auch nichtoperative Behandlungsmöglichkeiten durchgeführt werden. Dazu zählt die Therapie mit Röntgenstrahlen. Ebenfalls eine Alternative zur Operation ist die Vereisung des Basalioms mit flüssigem Stickstoff (Kryotherapie) oder die Behandlung mit dem Immunmodulator Imiquimod. Der Wirkstoff regt in den Krebszellen den programmierten Zelltod an und stimuliert das Immunsystem zur Abwehr der Krebszellen.
Auch eine lokale Chemotherapie ist möglich. Hier trägt man eine Salbe mit Wirkstoffen auf, die das kranke Gewebe zerstören. Eine Weiterentwicklung ist die photodynamische Therapie. Der Arzt verteilt auf dem Hautkrebs eine spezielle Salbe. Nach einer mehrstündigen Einwirkungszeit bestrahlt er sie mit therapeutischem Licht, das in der Hautstelle gemeinsam mit den Salbenwirkstoffen chemisch reagiert und die Krebszellen gezielt zerstört.
↑ nach oben
Gute Heilungschancen
Die nichtoperativen Methoden haben im Gegensatz zur Operation den Nachteil, dass der Hautkrebs nach seiner Entfernung nicht feingeweblich untersucht werden kann. Diese Analyse zeigt nämlich, ob der Krebs vollständig entfernt werden konnte.
Die Heilungschancen nach einer Behandlung des Basalioms liegen bei bis zu 95 Prozent. Unbehandelt kann sich das Basaliom jedoch auf tiefer liegendes Gewebe ausbreiten, zum Beispiel Knochen und Knorpel zerstören. Zur Nachsorge sollten Patienten in den ersten drei Jahren alle sechs Monate zum Arzt gehen, danach einmal jährlich für weitere sieben Jahre.
↑ nach oben
Quellen:
Informationen des Robert Koch-Instituts
www.hautkrebs.de Krebsinformationsdienst des DKFZ Heidelberg 2008
Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
↑ nach oben