Sonne
Kaum eine Krebsform tritt so häufig auf wie Hautkrebs. Verändertes Freizeitverhalten und die schwindende Ozonschicht lassen die Zahlen dramatisch steigen.
Muttermale
Das aggressive Melanom entwickelt sich oft aus einem Muttermal. Früh erkennen und rasch entfernen ist wichtig – bevor die Krebszellen sich  in den ganzen Körper verbreiten.
Basaliom
Das Basaliom ist eine Krebsform, die zwar flächig weiter wächst, aber keine Metastasen bildet. Deshalb gilt es als „semimaligne“: nur teilweise bösartig.
Spinaliom
Diese Krebsform kann sich nicht nur auf der äußeren Haut bilden, sondern auch auf Schleimhäuten – etwa im Mund und an den Geschlechtsteilen.
Sonnenschirm
Sie können viel aktiv dafür tun, Ihr Hautkrebsrisiko gering zu halten. Am wichtigsten: verantwortungsbewusst mit UV-Licht umgehen und Früherkennung nutzen.
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Hochrisikofaktor Sonne und Solarium

In erster Linie sind schädliche UV-Strahlen dafür verantwortlich, wenn sich Hautkrebs bildet. Dabei unterscheiden Experten zwischen schwarzem Hautkrebs – dem malignen Melanom – und hellem Hautkrebs, zu dem das Basaliom und das Plattenepithelkarzinom zählen.

Im Überblick



Er ist auffällig dunkel, erscheint wie ein rosa Bläschen oder wie eine andere helle, harmlos aussehende Hautveränderung – Hautkrebs kann sich ganz unterschiedlich zeigen. Je nach Auftreten und Erscheinungsbild handelt es sich um den schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) oder den hellen Hautkrebs, zu dem das Basaliom und das Plattenepithelkarzinom gehören. Vor allem der schwarze Hautkrebs ist bösartig: Er wächst unkontrolliert, befällt das umliegende Gewebe und entsendet hoch aggressive Krebszellen in den ganzen Körper, wo sie Tochtergeschwüre (Metastasen) auslösen können.
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Die Zahlen: Tendenz dramatisch steigend

In Deutschland gibt es zurzeit jährlich rund 15.000 bis 22.000 Neuerkrankungen beim malignen Melanom. Insgesamt erkranken rund 140.000 Menschen in Deutschland an Hautkrebs. Die Mehrzahl ist vom hellen Hautkrebs betroffenen. Damit ist diese Hautkrebsform mit Abstand die häufigste bösartige Tumorart. Allerdings sind die Heilungschancen für diesen Tumor besonders gut. Ausreichend früh erkannt, gilt das übrigens auch für die anderen Hautkrebsformen. Das mittlere Erkrankungsalter bei Hautkrebs liegt bei Männern und Frauen bei etwa 59 Jahren. Allerdings beobachten Experten relevante Erkrankungsraten schon ab dem 20. Lebensjahr. Alle Formen von Hautkrebs treten bei hellhäutigen, blonden Menschen häufiger auf als bei dunkleren Hauttypen.
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Verstärkungseffekt: Freizeitverhalten und Schädigung der Ozonschicht

Der Grund, warum Hautkrebs zunimmt, liegt zum Teil im veränderten Freizeitverhalten. Die meisten Menschen verbringen heute wesentlich mehr Zeit im Freien und unter praller Sonne als die vorhergehenden Generationen. Zwar arbeiteten diese oft in Wald und Feld. Kopfbedeckung und langärmelige Kleidung waren damals jedoch obligatorisch. Die Haut war also vor der schädlichen UV-Strahlung des Sonnenlichts geschützt.

Sonnenlicht setzt sich aus unterschiedlicher Strahlung zusammen. Im Zusammenhang mit Hautkrebs ist die ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) von Bedeutung. Sie ist für das menschliche Auge nicht sichtbar und besteht aus den Typen A, B und C. Dabei ist die C-Strahlung für den Menschen am gefährlichsten. Die Ozonschicht filtert sie fast vollständig aus dem Sonnenlicht heraus. Nicht ganz so effektiv gelingt das bei den UVA- und B-Strahlen.

Weil die Ozonschicht immer dünner wird, gelangt immer mehr UV-Strahlung auf die Erdoberfläche. Diese Tatsache ist neben dem geänderten Freizeitverhalten die Erklärung dafür, warum die Hautkrebsraten steigen.
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Sonnenalarm in Down Under

Besonders betroffen davon ist Australien. Hier nimmt die Hautkebsrate am dramatischsten zu – denn über dem fünften Kontinent zeigt das Ozonloch über der Antarktis seine Wirkung. Die Bevölkerung hat sich darauf eingestellt. Sonnenschutz nicht nur in Form von Cremes, sondern auch in Form von Spezial-Textilien, ist inzwischen ein Muss. Das normale Strandbild an einer Badeküste Australiens zeigt also keine Menschen mit knapper Badekleidung, sondern Männer Frauen und vor allem Kinder mit spezieller Bademode, die auch Arme und Beine bedeckt. Um die Bevölkerung besser zu schützen, hat die Regierung den Slogan „slip, slap, slop“ entwickelt. Dabei bedeutet „slip“ in Bekleidung schlüpfen und keine Hautpartie der direkten Sonne auszusetzen, „slap“ steht für einen Hut aufsetzen, der Kopf und Augen schützt, und „slop“ empfiehlt, sich mit einem hochwirksamen Sonnenschutzmittel einzucremen.
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Hautkrebsfalle Solarium

Doch nicht nur die natürliche UV-Strahlung ist ein Risikofaktor für Hautkrebs. Auch die Sonne aus der Steckdose, also Bräunen im Solarium, kann gefährlich sein. Deshalb hat die Bundesregierung den Besuch von Solarien für alle unter 18-Jährige verboten. Studien haben nämlich gezeigt, dass vor allem Sonnenbelastung in Kindheit und Jugend das Hautkrebsrisiko erhöht. Lange haben zwar Solarienhersteller damit geworben, dass ihre Geräte vor allem mit UVA-Strahlen arbeiten und diese relativ harmlos seien (sie führen nicht so schnell zu einem Sonnenbrand wie UVB-Strahlen). Heute weiß man jedoch, dass vor allem UVA-Strahlen die Haut verändern, sie schnell altern lassen und das Krebsrisiko erhöhen. Denn die UVA-Strahlen dringen besonders tief in die Haut ein und schwächen ihre Immunabwehr, die sie unter anderem auch vor Krebs schützen soll. Deshalb ist also auch Bräunen im Solarium weniger harmlos, als bislang angenommen. Das beweist auch eine Studie, die auf dem Hautkrebs-Weltkongress im Mai 2009 in Wien vorgestellt wurde. Demnach erhöhte sich sogar für erwachsene Solarium-Besucherinnen das Karziomrisiko um 50 bis 60 Prozent.
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Quellen:
www.hautkrebs.de
Krebsinformationsdienst des DKFZ Heidelberg
Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
Interview mit Prof. Bernadette Eberlein, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der TU München
Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Krebsgesellschaft 2007

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Frau mit Sonnencreme
© Shutterstock
UV-Strahlen verändern die Haut – sie wird braun, altert vorzeitig und kann Krebs entwickeln. Je nach UV-Typ wirken die UV-Strahlen nur an der Oberfläche oder dringen in tiefere Hautschichten ein.
Flip Flops am Strand
© iStockphoto
In Australien brennt die Sonne besonders gefährlich. Das Ozonloch über der Antarktis macht sich hier bemerkbar.
Solarium
© iStockphoto
Auch die Sonne aus der Steckdose kann zu gefährlichen Hautveränderungen führen. Für Jugendliche gibt es deshalb sogar ein gesetzliches Solariumverbot.)
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