Die besten Vorsorgetipps
Ob Sonne oder Solarium – natürliche und künstliche UV-Strahlung erhöhen das Hautkrebsrisiko massiv. Gezielter Sonnenschutz ist deshalb lebenswichtig. Und auch das regelmäßige Hautkrebsscreening ab 35, für das die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten übernehmen.Im Überblick
Hautkrebserkrankungen nehmen zu: Heute leiden in Deutschland drei Mal so viele Menschen unter dem schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) wie Anfang der 80er-Jahre. Noch drastischer ist der Anstieg beim hellen Hautkrebs, dem Basalzellkarzinom und dem spinozellulären Karzinom. Die Zahl der Neuerkrankungen hat sich seit Anfang der 70er-Jahre versechsfacht. Das Gesundheitswesen hat auf diese gefährliche Entwicklung reagiert: Seit dem 1. Juli 2008 haben gesetzlich Versicherte ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre Anspruch auf eine Untersuchung zur Krebsfrüherkennung der Haut (Hautkrebsscreening). Eine Praxisgebühr müssen Sie nicht zahlen.
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Unkompliziertes Hautkrebs-Screening
Durch das Screening kann ein eventueller Hautkrebs so früh erkannt werden, dass er sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit heilen lässt. Ein weiterer Vorteil: Die Hautkrebs-Früherkennung ist absolut unkompliziert. Für die Untersuchung braucht der Arzt lediglich einen geschulten Blick und eine Speziallampe. Es ist gut möglich, dass Sie für die Untersuchung nicht einmal weit fahren müssen: Fragen Sie Ihren Hausarzt, vielleicht nimmt er an dem Screening und den dazugehörigen Fortbildungen teil. Ist dies nicht der Fall, können Sie bei einem Hautarzt in Ihrer Nähe einen Termin vereinbaren.
20 Minuten für die Gesundheit investieren Der Arzt wird Ihre Haut am gesamten Körper inspizieren, einschließlich der Kopfhaut. Die ganze Untersuchung dauert circa 20 Minuten. Sollte Ihr Hausarzt eine verdächtige Stelle identifizieren, wird er Sie zur genaueren Untersuchung an einen Hautarzt überweisen. Selbst wenn er nichts Verdächtiges entdeckt, kann es sein, dass er Sie auffordert, den einen oder anderen Leberfleck besonders zu beobachten. Wenn der Hautarzt den Verdacht hat, dass Sie Hautkrebs haben, wird er eine kleine Gewebeprobe entnehmen. Diese zeigt dann zweifelsfrei, ob es sich bei Ihrer Hautveränderung um Krebs handelt oder nicht. So verunsichernd die Diagnose Hautkrebs ist: Bedenken Sie, dass die Heilungschancen bei diesem Krebs gut sind und umso besser werden, je früher er entdeckt wird.
Besonders für blasse Hauttypen ratsam
Die Hautkrebs-Früherkennung ist jedem über 35-Jährigen zu empfehlen. Besonders wichtig ist sie für Menschen mit einem hohen Hautkrebs-Risiko. Die Gefahr von Hautkrebs ist erhöht bei:
- empfindlicher Haut
- roten oder blonden Haare
- blasser Haut und Sommersprossen
- häufigen Sonnenbränden in der Kindheit
- angeborenen Leberflecken oder Muttermalen
- häufigen Fällen von Hautkrebs in der Familie.
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Die Haut wirksam schützen
Auch für Menschen mit extrem empfindlicher Haut muss Hautkrebs kein Schicksal sein. Sie können einiges unternehmen, um der Erkrankung vorzubeugen:
- Meiden Sie die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr.
- Vermeiden Sie jede sonnen- und solariumbedingte Rötung der Haut
- Schützen Sie sich und Ihre Kinder mit sonnendichter Kleidung und einer Kopfbedeckung.
- Achten Sie beim Eincremen mit Sonnenschutzmitteln besonders auf die „Sonnenterassen“ des Körpers – wie Glatze, Gesicht, Dekolleté, Ohren, Schultern, Brüste, Gesäß, Fußrücken.
- Verwenden Sie Sonnenschutzmittel mit sehr hohem Lichtschutzfaktor und cremen Sie sich damit mehrmals täglich und großzügig ein.
- Bleiben Sie in den ersten Urlaubstagen im Schatten.
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Solarien – gefährliche Sonne aus der Steckdose
Was wenig bekannt ist: Die Solarien stellen keine Alternative zum Sonnenbad dar. Die Solarien filtern zwar die schon lange als schädlich geltenden UV-B-Strahlen zu einem recht großen Teil heraus. „Doch wird der Bräunungseffekt überwiegend durch den stark erhöhten Anteil der UV-A-Strahlen erreicht. Ihre Haut ist aber dennoch gefährdet, denn seit mehreren Jahren steht fest, dass diese Strahlen die Haut nicht nur schneller altern lassen, sondern auch Hautkrebs verursachen können. Im Übrigen lässt sich eine Bräunung nur erreichen, wenn deren Anteil wesentlich höher ist als in der natürlichen Sonne. In manchen Geräten ist dieser Wert um das Zehn- bis Fünfzehnfache erhöht“, heißt es im Hautkrebs-Ratgeber der Deutschen Krebshilfe.
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Sonnenbaden gesund genießen
Sonnenbräune gilt heute in westlichen Ländern leider immer noch als Schönheitsideal. Aus hautärztlicher Sicht spricht aber alles für einen vorsichtigen Umgang mit dem Sonnenlicht: Häufige Sonnenbäder oder Besuche im Solarium beschleunigen die Hautalterung und vergrößern das Risiko für Hautkrebs.
Die sicherste Empfehlung zur Vorbeugung gegen Hautschäden durch UV-Strahlung ist: Meiden Sie konsequent zu intensive Sonnenbestrahlung und häufige Besuche im Solarium. Vor allem aber: Vermeiden Sie jeden Sonnenbrand.
Die wichtigsten Tipps:
- Es gibt besonders gefährdete Hautregionen, zum Beispiel Nasenrücken, Unterlippe, Ohrmuscheln, seitlicher Wangenbereich, Jochbeingegend, Scheitel und Stirn. Diese müssen intensiver vor Sonnenbrand geschützt werden.
- Die Intensität der Bestrahlung ist in der Mittagszeit von 11 bis 15 Uhr am größten; zur Eingewöhnung sind daher der Vormittag und der Nachmittag geeignet. In der Mittagssonne dagegen sollten Sie Sonnenbäder vermeiden.
- Lichtschwiele und Pigmentierung bilden sich auch wieder zurück, und die Gewöhnungszeit beginnt von vorn, wenn Sie länger nicht in der Sonne waren.
- Als weitere Hilfe gibt es Sonnenschutz-Buttons oder -Folien. Sie werden auf die Haut oder Kleidung geklebt und zeigen Ihnen an, wann Sie das Sonnenbad beenden sollten.
- Vermeiden Sie Kosmetika, Deodorants und Parfüms beim Sonnenbaden. Es besteht die Gefahr bleibender Pigmentierung (fleckige Haut).
- Denken Sie daran, dass einige Medikamente die Sonnenempfindlichkeit (Lichtempfindlichkeit) steigern können, zum Beispiel Antibiotika oder auch pflanzliche Mittel wie etwa Johanniskraut. Fragen Sie deshalb bei Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke nach und beachten Sie die Beipackzettel.
- Kinder brauchen besonders starken Sonnenschutz (mit hohem Lichtschutzfaktor). Babys und Kleinkinder sollten sich sogar am besten überhaupt nicht in der prallen Sonne aufhalten.
Kleidung ist der beste Schutz
Am wirksamsten schützen Sie sich gegen ultraviolette Bestrahlung, indem Sie geeignete Kleidung tragen:
- Dicht gewebte Stoffe schützen am besten.
- Künstliche Fasern (Polyester) bieten einen besseren Schutz als Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen.
- Kräftige Farben schützen besser als Weiß oder Pastelltöne.
- Nasse Stoffe lassen mehr UV-Strahlung durch.
- Textilien mit UV-Schutzfaktor (mindestens UPF 30) eignen sich für Kinder, bei Allergien oder heller Haut.
Sonnenbrille nicht vergessen
Sonnenlicht kann auch Augenschäden hervorrufen. Schützen Sie deshalb Ihre Augen mit einer Sonnenbrille mit ausreichendem UV-Filter (mindestens 400 nm). In Zweifelsfällen können Sie Ihre Sonnenbrille beim Optiker prüfen lassen.
Trügerischer Schatten
Im Schutz eines Sonnenschirms oder Baums vergessen Badende leicht, dass Sonnenlicht vom Boden und von der Wasseroberfläche gestreut und reflektiert wird und sie so auch im Schatten erreicht. Diese Gefahr ist groß bei dunstigem Himmel, auf Sand und bei Schnee- oder Wasserflächen in der Umgebung.
- Die UV-Index-Vorhersage hilft Ihnen, das Risiko einzuschätzen. Sie erfahren den UV-Index zum Beispiel immer aktuell auf der Website des Deutschen Wetterdienstes (DWD).
- Mit Sonnenschutzmitteln sollten Sie auch im Schatten Ihre Haut schützen.
- Auch Fensterglas bietet keinen absoluten Schutz vor UV-Strahlen. UV-A-Strahlen können Fensterglas durchdringen, bei hoher Lichtempfindlichkeit ist sogar ein Sonnenbrand möglich.
Mehr Informationen zu "Sonne und Haut"
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Quellen:
Intersun – Empfehlungen der WHO zum Thema Sonnschutz, 2007
Arbeitsgemeinschaft ästhetische Dermatologie und Kosmetologie e. V. (ADK),
haut.de – im Fokus: Sonne, 2007
Krebsliga Schweiz, Hau(p)tsache Sonnenschutz, 2007
Deutsche Krebshilfe, Die blauen Ratgeber, Bd. 5: Hautkrebs, 2008
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